KENDI

Ein Pilotprojekt zur Bildungsintegration von Migrantenkindern in Hamburg

  1. Problemlage und Bedarf
  2. Ziele des Projekts
  3. Zielgruppe und Angebot
  4. Projektdurchführung
  5. Die Mentorinnen und Mentoren
  6. Die beteiligten Schulen
  7. Unsere Förderer
  8. Kontakt

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2. Ziele des Projekts

Im Projekt Kendi wird das niederländische Mentorenmodell auf die Situation in Hamburg übertragen und Migrantenjugendlichen der zweiten Generation eine gezielte Förderung („Mentoring“) durch ältere Schulabsolventen und Studierende mit gleichem Migrationshintergrund angeboten. Ziel des Projektes ist es einerseits, die schulischen Leistungen dieser Jugendlichen so zu verbessern, dass ihnen der Besuch einer weiterführenden Schule ermöglicht bzw. erleichtert wird. Neben der gezielten Nachhilfe in bestimmten Fächern geht es dabei in erster Linie um die „Ermächtigung zum Lernen“ und die Stärkung des Selbstvertrauens auf Seiten der Schülerinnen und Schüler.

Andererseits – und daraus ergibt sich der Pilotcharakter des Projektes – sollen die Voraussetzungen dafür getestet werden, unter denen sich Mentoring-Maßnahmen für eine flächendeckende Angebotsstruktur an Migrantenjugendliche eignen und als vielversprechend herausstellen können.

3. Zielgruppe und Angebot

Die Zielgruppe sind rund 30 Schülerinnen und Schüler der neunten oder zehnten Klasse mit unterschiedlichem Migrationshintergrund. Zielgruppe sind darüber hinaus Studierende und Abiturienten ebenfalls mit Migrationshintergrund, die im Rahmen des Projektes zu Mentorinnen und Mentoren ausgebildet werden. Zur Zielgruppe gehören schließlich auch die Eltern der beteiligten Schülerinnen und Schüler, deren Selbstorganisation, Informationsstand und Position gegenüber den Schulen verbessert werden sollen.

Die beteiligten Schülerinnen und Schüler werden im Verlauf eines Schuljahres mit je drei Nachhilfestunden pro Woche in Einzelunterricht gefördert. Ihre Eltern erhalten die Möglichkeit, an Elterntreffen teilzunehmen, bei denen sie sich untereinander austauschen können und über aktuelle Fragen und Probleme an der Schule und im Stadtteil einerseits sowie schulische und berufliche Möglichkeiten und Alternativen des Bildungssystems andererseits informiert werden. Bei Teilnahme am Projekt beteiligen sich die Eltern mit € 5,- pro Mentoringstunde an den Kosten.

4. Projektdurchführung

Projektorte sind zwei sehr unterschiedliche Hamburger Stadtteile, in denen der Projektträger seit Jahren tätig ist: erstens, Altona mit seinen innerstädtischen Vierteln Ottensen, Altona-Altstadt und Altona-Nord. Hier liegt der Anteil von Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit bei zwischen 18,5 und 28,2%. Der zweite Stadtteil ist Kirchdorf-Süd, eine Großsiedlung aus den 70er Jahren am südöstlichen Stadtrand von Hamburg mit einem „Ausländeranteil“ von etwa 35%. Allerdings sagen diese Zahlen nur wenig über die Größe der Zielgruppe aus, da gerade bei Migranten zweiter Generation etwa der Anteil der Einbürgerungen und bi-nationaler Eltern besonders hoch ist.

In beiden Stadtteilen stützt sich das Projekt auf zwei Säulen stützen: die Stadtteilarbeit des Projektträgers und je ein bis zwei Schulen im Einzugsgebiet. Die Gesamtlaufzeit des Projektes beträgt anderthalb Jahre, einschließlich Vorbereitung, Evaluation und Verbreitung der Projektergebnisse. Das Projekt wird dabei fortlaufend wissenschaftlich begleitet.

Zu den Kooperationspartnern für das Projekt gehören – neben Stadtteilorganisationen und den Schulen – die Arbeitsstelle Interkulturelle Bildung der Universität Hamburg, das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) sowie die Arbeitsgemeinschaft türkischer Unternehmer und Existenzgründer e.V. (ATU). Sie werden in der wissenschaftlichen Begleitung, aber vor allem auch in der Evaluierung, Formulierung und Verbreitung der Projektergebnisse eine zentrale Rolle spielen. Dank des Kontakts zum Institut, das die niederländischen Projekte wissenschaftlich begleitet hat, stehen auch die dortigen Erfahrungen für die Projektvorbereitung und -evaluierung vergleichend zur Verfügung.

5. Die Mentorinnen und Mentoren

sind idealerweise zwischen 19 und 24 Jahren alt, damit der Altersunterschied zu den „Mentees“ nicht zu groß, aber auch nicht zu klein ist. Ausnahmen von dieser Vorgabe sind möglich. Jede Mentorin/jeder Mentor betreut ein bis zwei Schülerinnen oder Schüler gleichen Geschlechts. Dabei handelt es sich um im Schnitt drei Stunden Einzelförderung pro Woche für jeden Jugendlichen.

Bei Mentoring geht es nicht nur um Nachhilfe, sondern auch um die Vermittlung von Lerntechniken und um die positive Vorbildfunktion. Die Mentorinnen und Mentoren sind „Erfahrungsexperten“ in dem Sinne, dass sie die Situation der Schülerinnen und Schüler kennen und selbst vor nicht allzu langer Zeit erlebt und erfolgreich bewältigt haben. Zusätzlich übernehmen sie gegebenenfalls eine Mittlerfunktion zu den Eltern oder auch zu den Lehrern.

Die Mentorinnen und Mentoren verpflichten sich, vor Beginn des Mentoring an einem ganztägigen Trainingsseminar teilzunehmen. Auf diesem Basisseminar werden gemeinsam wichtige Grundlagen und Anregungen für ihre Tätigkeit erarbeitet. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Verständnis der eigenen Rolle und der allgemeine Coaching-Funktion. Diese Aspekte sowie die Vermittlung von bestimmten Lerntechniken und der Umgang mit typischen Problemen werden bei regelmäßig stattfindenden weiteren Treffen vertieft.

Auch wenn dieses Pilotprojekt bis zum Ende des Schuljahrs 2005/2006 befristet ist, wird an die Einrichtung eines „Mentoren-Pools“ gedacht, der Schulen und Eltern bei erfolgreichem Abschluss des Projekts angeboten werden kann – auch in anderen Stadtteilen.

6. Die beteiligten Schulen

Für die Pilotphase des Projekts arbeiten wir mit den folgenden drei Schulen zusammen:

Theodor-Haubach-Schule
Zweigstelle Billrothstraße
Billrothstr. 33
22767 Hamburg
Telefon (0 40) 4 28 11 – 1711
Schule Arnkielstraße
Arnkielstr. 2
22769 Hamburg
Telefon (0 40) 43 21 63 – 3
Schule Stübenhofer Weg
Stübenhofer Weg 20
21109 Hamburg
Telefon (0 40) 7 50 60 20

7. Unsere Förderer

Das Projekt wird durch die Deutsche Behindertenhilfe – Aktion Mensch e.V. und die Preuschhof Stiftung gefördert.

[BEHINDERTENHILFE]Deutsche Behindertenhilfe – Aktion Mensch [PREUSCHHOF]Preuschhof Stiftung